Fachwissen · A bis Z

Glossar Oberflächentechnik.

Die wichtigsten Fachbegriffe aus Lackierung, Pulverbeschichtung, Strahlen und Entlackung – kurz erklärt, ohne Fachchinesisch.

AAbkleben / Maskieren

Schutz angrenzender Flächen, Passungen und Funktionsbereiche vor der Beschichtung. Damit Kanten scharf bleiben und das Band zuverlässig haftet, muss der Untergrund sauber, trocken und fettfrei sein – bei uns Teil der Werkerselbstkontrolle vor jeder Lackierung.

AAblüftzeit

Wartezeit zwischen zwei Lackaufträgen, in der Lösemittel aus dem frischen Film entweichen. Wird sie verkürzt, schließt die nächste Schicht die Lösemittel ein – es entstehen Kocher (Bläschen). Deshalb gilt bei uns: Zeiten nach Datenblatt, keine Abkürzungen.

DDBS 918340

Standard der Deutschen Bahn für Korrosionsschutzsysteme an Schienenfahrzeugen: regelt Systemaufbauten, Vorbehandlung und Nachweise. PICTUM ist gemäß DBS 918340 als Beschichter qualifiziert – Details auf der Qualitätsseite.

DDecklack

Die oberste, sichtbare Schicht des Systems – verantwortlich für Farbton, Glanzgrad und Witterungsbeständigkeit. Seine Haltbarkeit steht und fällt mit Grundierung und Vorbehandlung darunter.

DDuplex-System

Kombination zweier Schutzverfahren, klassisch: Verzinkung plus Beschichtung. Der Clou: Die Schutzdauern addieren sich nicht nur, sie verlängern sich gegenseitig, weil die Beschichtung den Zinküberzug schützt – und umgekehrt.

EEntlacken

Restloses Entfernen von Altbeschichtungen – auch aus Ecken und Hohlräumen, die beim Schleifen unerreichbar bleiben. Wir arbeiten chemisch (materialschonend, auch für Aluminium) oder thermisch (für robuste Stahlteile und dicke Altschichten).

EEinbrennen

Der letzte Schritt der Pulverbeschichtung: Im Ofen schmilzt und vernetzt das Pulver zu einer geschlossenen, mechanisch hoch belastbaren Schicht. Deshalb eignet sich Pulver nicht für temperaturempfindliche Bauteile – dafür gibt es Nasslack.

GGitterschnitt

Haftungsprüfung nach DIN EN ISO 2409: Mit einem Mehrschneidengerät wird ein Gitter in die Beschichtung geritzt und bewertet, wie viel abplatzt. Der ehrlichste Schnelltest für die Qualität der Vorbehandlung – bei uns Teil der Endkontrolle.

GGlanzgrad

Reflexionsverhalten der Oberfläche, gemessen mit dem Reflektometer nach DIN EN ISO 2813 – von stumpfmatt bis hochglänzend. Bei Serien prüfen wir den Glanzgrad, damit alle Teile aus einem Guss wirken.

GGrundierung

Erste Schicht mit Doppelfunktion: Korrosionsschutz und Haftvermittler zum Decklack. Die werkstoffgerechte Auswahl ist kritisch – ein falscher Primer auf Aluminium oder verzinktem Stahl ist eine der häufigsten Ursachen für spätere Enthaftung.

KKorrosivitätskategorie

Einteilung der Einsatzumgebung nach DIN EN ISO 12944: von C1 (beheizter Innenraum) bis C5 (aggressive Industrie- und Küstenatmosphäre). Sie bestimmt, welchen Systemaufbau und welche Schichtdicke Ihr Bauteil braucht – Tabelle auf der Qualitätsseite.

KKocher

Kleine Bläschen in der Beschichtung durch eingeschlossene Lösemittel – typische Folge missachteter Ablüftzeiten. Mehr Fehlerbilder samt Ursachen und Prävention in unserer Fehlertabelle.

NNass-in-nass

Lackierverfahren, bei dem die Folgeschicht nach kurzem Ablüften ohne Durchtrocknung und Zwischenschliff aufgetragen wird. Ergebnis: gleichmäßige Oberflächen ohne sichtbare Ansätze – Standard bei mehrschichtigen Aufbauten im Fahrzeugbau.

NNCS

Natural Colour System – Farbtonsystem, das Farben nach menschlicher Wahrnehmung ordnet (Buntton, Schwärze, Buntheit). Neben RAL eines der Systeme, nach denen wir Farbtöne liefern und abmustern.

PPulverbeschichtung

Elektrostatischer Auftrag von Pulverlack auf das geerdete Bauteil, danach Einbrennen im Ofen. Lösemittelfrei, stoß- und kratzfest, wirtschaftlich bei Serien – unsere Leistungsseite zeigt Anlagenmaße und Ablauf.

RRAL

Das bekannteste standardisierte Farbtonsystem, gestartet 1927 mit 40 Tönen, heute über 2.500. Die RAL-Nummer macht Farbkommunikation eindeutig – „RAL 7016" ist überall auf der Welt dasselbe Anthrazitgrau, ganz ohne Musterblech.

SReinheitsgrad Sa 2,5

Oberflächenvorbereitungsgrad nach DIN EN ISO 8501-1: sehr gründliches Strahlen, nahezu metallisch reine Oberfläche mit leichter Schattierung. Der meistgeforderte Grad in Lastenheften – und Standard vor Bahn-Beschichtungen. Wir strahlen bis Sa 2,5.

SSchichtdicke

Zerstörungsfrei gemessen nach DIN EN ISO 2808 – magnetinduktiv auf Stahl, per Wirbelstrom auf Aluminium. Wichtig: Es zählt der definierte Sollwert. Zu dünn droht Korrosion, zu dick drohen Risse und Haftungsprobleme.

SSpachteln

Ausgleich von Unebenheiten nach der Grundierung: 1K-Spachtel für feine Riefen, 2K-Spachtel (chemisch härtend) für tragende Reparaturen. Zu dicke Aufträge erzeugen Poren – deshalb lieber mehrere dünne Lagen mit Zwischenschliff.

SSweepen

Strahlen mit reduzierter Intensität: Die Oberfläche wird nur angeraut statt abgetragen. Ideal, um intakte Altbeschichtungen oder verzinkte Flächen überbeschichtbar zu machen, ohne den Schutz darunter zu zerstören.

VVorbehandlung

Sammelbegriff für alles vor der Beschichtung: Reinigen, Entfetten, Strahlen, Entlacken. Die unsichtbare Hälfte der Qualität – eine Beschichtung ist immer nur so gut wie der Untergrund, auf dem sie sitzt.

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